Markus Sprenger

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Tierabwehrspray - Antworten auf gestellte und ungestellte Fragen...(Teil 2)
Veröffentlicht von Markus in Lebenshilfe • 19.01.2016
Wie ich festgestellt habe, bleiben bei manchem Leser meines Blogeintrags zum Pfefferspray doch noch Fragen offen. Ich befürchtete, er könne aufgrund seiner Länge schon zu umfassend sein. Daher will ich konkret auf einzelne, angesprochene Punkte eingehen.


- Einzeltäter / Gruppentäter

Eine Strategie oder Abwehrmaßnahme, die bei einem Einzeltäter Erfolg versprechend sein kann, ist in der Regel bei mehreren Tätern, insbesondere wenn diese arbeitsteilig und taktisch vorgehen, zum Scheitern verurteilt. Unter diesem Aspekt habe ich den vorangegangenen Blog und auch diesen Eintrag verfasst.

- Zuhause bleiben

Ist sicherlich die sicherste Variante, um nicht angegriffen zu werden, wird aber unsere Lebensqualität dermaßen einschränken, dass dies keine Alternative sein dürfte.

- Tot stellen

Kann im Einzellfall einem das Leben retten, verhindert aber weder Raub, sexuellen Missbrauch oder weitere Körperverletzungen, bei ohnehin enthemmten Tätergruppen möchte ich dazu nicht raten.

- Stroboskoptaschenlampe

Teure taktische Taschenlampen im Strobomodus haben im Dunklen durchaus Blendwirkung , die aber mit Umgebungshelligkeit und Abstand zum Täter abnimmt. Verhindert aber keinen Angriff, erst recht nicht bei einer Mehrzahl von Tätern.

- Salz in Manteltasche

Dieser vielfach propagierte Rat hat den gleichen Wert, wie die „Armlänge Abstand“!
Wer bitte trägt loses Salz in jeder Manteltasche? Wurfweite ohne Windeinflüsse beträgt max 2 Meter, mit großer Streubreite. Selbst wenn das Salz konzentriert in die Augen des Angreifers geraten sollte, führt das sicherlich zu brennenden Augen, mitnichten aber zu Kampf- oder Verfolgungsunfähigkeit, insbesondere bei Tätergruppen völlig ungeeignet.

- Kubotan

Tolles Gerät! Für lautloses Töten durch Einzelkämpfer. Mit jahrelangem Krav Maga-Training im Kampf Mann gegen Mann auch eine tolle Abwehrwaffe. Gegen Gruppen selbst in der Hand von langjährigen Kampfsportlern nicht geeignet.

- Messer

Messer zur Selbstverteidigung ist so ziemlich das Gefährlichste, was man als Laie mitführen kann. Gerade auf dem Balkan und in Afrika bekommen Soldaten das Töten mit Messern beigebracht. Einmal im Kampf um sein Messer gebracht, hat man gute Chancen, sich nicht nur tot stellen zu müssen. Eindringlicher Rat: Finger weg von Messern zur Selbstverteidigung.
Polizisten bekämpfen Messertäter aus mindestens 10 Metern Entfernung ausschließlich mit der Schusswaffe, das hat seinen Grund!

- Alarmsirene

Hat mal jemand einen Rauchmelderalarm erlebt? Die sind in der Regel lauter, als die mobilen „Alarmanlagen“. Mit 3 Metern Abstand ist das nur noch ein lästiges Geräusch, mehr nicht.
Je nach Umgebungsgeräuschen hört man hinter der nächsten Ecke schon nichts mehr.
Im Übrigen, was passiert, wenn eine Autoalarmanlage oder eine Warensicherungsanlage eines Geschäftes loslegt? Richtig! Keinen interessiert es. Echte gellende Hilferufe schon. Hoffentlich…

- Weglaufen

Gut und richtig! Kniegas! Aber nicht jeder ist Usain Bolt. Auch ich bin nicht mehr so schnell wie ein 25 Jähriger. Aber wenn man den/die Täter an der Verfolgung hindert, reichen auch geringere Laufgeschwindigkeiten.

- Andere Gegenstände

Man kann sicherlich alle Gegenstände, die man gerade dabei hat, oder auch auf die man zugreifen kann, zur Verteidigung einsetzen. Dabei ist mir jedoch ein vertrauter und geeigneter Gegenstand am liebsten, weil ich Handhabung und Wirkung abschätzen kann.

- Verbotene Gegenstände

Totschläger und Schlagringe sind sicher wirkungsvoll – und deswegen verboten! Auch hier gilt, gegen Tätergruppen sind sie ungeeignet. Bei Antreffen durch die Polizei ist eine Strafanzeige Verstoß gegen das Waffengesetz sicher und der Gegenstand wird als Einziehungsgegenstand beschlagnahmt und vernichtet. Eine Verurteilung ist fast ebenso sicher, unabhängig von der Notwehrsituation. Also Finger weg!

- Straßenkampf / Respekt beibringen

Wer vor voll ausgerüsteten und taktisch vorgehenden Einsatzhundertschaften keinen Respekt hat, wird in seinem Leben keinen Respekt mehr lernen. Da wo selbst Lernen durch Schmerzen keinen Erfolg hat, braucht der / die Einzelne keine sinnlosen Bemühungen unternehmen. Wer jedoch ein Erfolg versprechendes Konzept hat, kann sich gerne bei mir melden.

- Kokain/Tilidin

Beide Substanzen haben eine stark aufputschende und Schmerz unterdrückende Wirkung, die die Einwirkungsmöglichkeiten auf den Konsumenten stark einschränkt, das gilt auch für alle Arten von Sprays. Diese Mittel (insbesondere Tilidin) werden nachweislich von Islamisten in der Kriegsführung und bei Terroranschlägen eingesetzt, allerdings auch von Einbrecher- und Räuberbanden in Deutschland. Diese Täter sind kaum zu stoppen und benehmen sich wie wilde Tiere.

Andere Rauschmittel wie Alkohol, weiche Drogen und auch Heroinkonsum beim Täter haben zwar Einfluss auf die Wirkmöglichkeiten von Pfefferspray, trotzdem lässt sich Pfefferspray mit guter Wirkung gegen diesen Personenkreis einsetzten.
Polizeiliche Erfahrungen haben ebenfall gezeigt, dass Pfefferspray, (gilt auch für CN/CS) bei manchen Schwarzafrikanern keinerlei Wirkung zeigt, scheint eine konstitutionelle Eigenart zu sein, warum auch immer…

- Rechtslage

Tatsächlich ist der Einsatz beliebiger Gegenstände (auch des mitgeführten Regenschirms), die zur Verletzung des Täters führen, tatbestandsmäßig eine Gefährliche Körperverletzung gem. §224 StGB. Da es sich um ein Offizialdelikt handelt, muss die Polizei ermitteln. Um dafür bestraft zu werden, muss allerdings eine persönliche Schuld nachgewiesen werden, bei Vorliegen der Voraussetzungen von Notwehr oder Nothilfe hat man einen so genannten Rechtfertigungsgrund und handelt somit nicht schuldhaft, wird also auch nicht verurteilt.
Ähnlich wird es rechtlich auch bei Polizeieinsätzen gehandhabt, die Polizei hat für tatbestandsmäßige Delikte entsprechende Ermächtigungen, die dann für Straffreiheit sorgen.

Sollte es nur um Diebstahl gehen, kann man darüber streiten, ob man wegen eines Handys sich diesem rechtstaatlich zwingenden Verfahren stellt, aber bevor man vergewaltigt oder Opfer einer schwerwiegenden Körperverletzung wird, würde ich ein Ermittlungsverfahren bevorzugen. Wer weiß schon, wie sich eine Tat entwickelt?

- Fazit:

Ich kann und will an dieser Stelle nur aufklären. Eine absolute und einfache Lösung gibt es hier nicht. Wer sich wirklich „bewaffnen“ will, dem kann ich neben den geschilderten Verhaltenshinweisen guten Gewissens lediglich ein Pfefferspray empfehlen.

Bei Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema kann man mich gerne kontaktieren!



Anmerkungen zum Tierabwehrspray (Teil 1)
Veröffentlicht von Markus in Lebenshilfe • 16.01.2016
...die Welt verändert sich so schnell!